Der gleiche Informationsstand


Während des gesamten Mediationsverfahrens ist es von größter Wichtigkeit, dass alle Parteien zu jedem Zeitpunkt auch den gleichen Informationsstand haben, der für die Ermittlung der Bedürfnisse und Interessen der Parteien und für die Erarbeitung der Lösungsmöglichkeiten vom Bedeutung sind.
Da nicht immer von Beginn an erkennbar ist, welche Informationen hierfür erforderlich sind, muss der Mediator im Rahmen der Durchführung des Verfahrens gegebenenfalls kleinere Unterbrechungen vornehmen, in denen dann zunächst einmal alle Konfliktparteien auf den gleichen Sachstand gebracht werden. Ohne das Vorliegen der gleichen Kenntnisse bei allen Beteiligten können die Bedürfnisse der Konfliktparteien nur sehr selten wirklich herausgearbeitet werden.

So ist es sicherlich leicht nachvollziehbar, dass eine Konfliktpartei, wenn sie nicht einmal den gleichen Informations- und Kenntnisstand hat, in der Regel ihre eigenen Interessen auch für sich selbst gar nicht klar definieren kann. Nicht selten können sehr positive Auswirkungen auf den Konflikt und die Vertrauensbasis erzielt werden, wenn erst einmal wieder alle die gleichen Fakten und Daten vorliegen haben.

In vielen Verfahren sind es sogar die Konfliktparteien selbst, die im Rahmen der Mediation zunächst einmal Informationen von der oder den anderen Konfliktparteien vorgelegt haben wollen. Hier ist es zwingend erforderlich, sofort auf die entsprechenden Forderungen und Wünsche der Parteien einzugehen, und, wenn dies erforderlich sein sollte, eine kleine Unterbrechung vorzunehmen um eine Zwischenvereinbarung abstimmen zu können. Im Rahmen dieser separaten Teil-Vereinbarung wird zunächst zwischen den Konfliktparteien geregelt, wie die gewünschten Informationen zwischen ihnen ausgetauscht werden sollen. Nach der Übergabe und der Sichtung der Informationen kann das Verfahren dann wieder planmäßig fortgeführt werden.