Wie läuft ein Mediationsverfahren ab?


DSC_2483Es haben sich in den letzten Jahrzehnten mehrere Verfahrensmodelle herausgestellt. Grundsätzlich basieren die meisten auf dem sogenannten 5-Phasen-Modell.

1. Phase: Mediationsvertrag und Mediationsvereinbarung

In der ersten Phase, welche in der Regel einem ersten Vorgespräch unmittelbar nachgeschaltet ist, wird mit den Parteien die Mediationsvereinbarung abgestimmt. Die Parteien werden dabei unter anderem auch über den Ablauf und die Grundprinzipien der Mediation aufgeklärt. Ziel einer solchen ersten Phase ist der Abschluss eines Mediationsvertrages, der dann dazu führt, dass sich beide Parteien auf die Mediation einlassen können.
In dem der 1. Phase vorgeschalteten Vorgespräch werden in der Regel solche Gründe angesprochen, die u.U. die Durchführung eines Mediationsverfahren ausschließen könnten. Ein solcher Ausschlussgrund könnte z.B. darin liegen, dass die Parteien sich bereits in einer zu hohen Eskalationsstufe befinden.

2. Phase: Themensammlung

Nach Abschluss der Vereinbarung wird mit den Parteien gemeinsam die Themensammlung erstellt. Es ist von großer Bedeutung, dass alle an der Mediation beteiligten Konfliktparteien auch wirklich alle Punkte anführen, die ihrer Meinung nach im Rahmen der Mediation angesprochen werden müssen. Nur wenn dies eingehalten wird, ist eine für alle Parteien akzeptable Lösung überhaupt erst möglich. Werden nicht alle wichtigen Themen zusammengetragen, ist ein Scheitern der Mediation sehr wahrscheinlich.

3.Phase: Ermittlung der Bedürfnisse

Nachdem die Parteien sich einig darüber sind, über welche Themen gesprochen werden muss, sind es nun die Bedürfnisse und Interessen, die bei den Personen hinter diesen jeweils zum Konflikt führenden Punkte geführt haben. Die meisten Menschen wissen sehr genau, dass ein Streit sehr häufig durch etwas ausgelöst wird, das dann später in der Auseinandersetzung selbst gar nicht mehr problematisiert wird.

Es ist die Aufgabe des Mediators, gemeinsam mit den Parteien herauszuarbeiten, welche Interessen vorliegen, und ob diese im Rahmen einer gemeinsamen Lösung auch wirklich alle beachtet werden.

4. Phase: Erarbeitung von Lösungen

Nachdem die Parteien die für sie wichtigen Themen miteinander abgestimmt haben und in der 3. Phase gemeinsam ihre Interessen und Bedürfnisse herausgearbeitet haben, werden sie nun in der vierten Phase unter Leitung des Mediators bei der Erarbeitung möglicher Konfliktlösungen aktiv begleitet.

Der Mediator selbst macht dabei keine eigenen Lösungsvorschläge, sondern führt, begleitet und fördert die Parteien bei der Erarbeitung eigener Lösungswege.

5. Phase: Vereinbarung

Wenn und soweit die 4. Phase erfolgreich abgeschlossen wurde und eine oder sogar mehrere Lösungen für die Konfliktparteien erarbeitet werden konnten, besteht nun die Aufgabe eine entsprechende Abschlussvereinbarung zu erstellen.

Diese muss den Parteien sehr genau aufzeigen, was sie tun müssen, damit der Konflikt wirklich gelöst wird und nicht wieder neu entsteht. Er muss aber auch klären, was geschehen soll, wenn z.B. in der Zukunft Probleme bei der Umsetzung der vereinbarten Lösungen entstehen. In einigen Fällen, so z.B. insbesondere bei sehr strittigen Parteien, können auch mehrere kleinere Vereinbarungen sinnvoll sein.

In der Praxis hat es sich als sehr positiv herausgestellt, dass im Rahmen einer Abschlussvereinbarung zudem auch ein oder mehrere zukünftige Termine vereinbart werden, in denen eine Kontrolle durch Reflektion der in der jeweiligen Zwischenzeit erreichten Fortschritte stattfindet.